Die Regulierung dichter Farnbestände ist in der Forstwirtschaft und im Naturschutz ein wiederkehrendes Thema. Besonders der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) breitet sich nach Störungen rasch aus und kann die natürliche Verjüngung von Waldbäumen erheblich behindern. Das Management von Farnbeständen erfordert Kenntnisse über die Biologie der Pflanze und realistische Erwartungen an den Erfolg.

Ursachen starker Farnausbreitung

Lichteinfall nach Holzernte

Kahlschläge, Großschirmhiebe oder Windwurfaufarbeitungen schaffen die Bedingungen für eine Massenausbreitung des Adlerfarns. Das bereits vorhandene Rhizom treibt bei ausreichend Licht und Wärme im Folgejahr massiv aus. Innerhalb von zwei bis drei Jahren kann die gesamte Freifläche mit Farn überwachsen sein.

Bodenversauerung und Nährstoffveränderungen

Auf stark versauerten Böden mit geringen Calcium- und Magnesiumgehalten findet der Adlerfarn wenig Konkurrenz durch andere krautige Pflanzen. Historische Fichtenaufforstungen auf bodensauren Standorten haben in Deutschland die Bedingungen für Farnausbreitung begünstigt.

Überhöhte Wilddichte

Hoher Wildverbiss an Baumjungpflanzen begünstigt den Farn indirekt. Der Adlerfarn wird von Rehen kaum gefressen; Baumjungpflanzen, die als Konkurrenten aufwachsen könnten, werden dagegen stark verbissen. Das Resultat sind Flächen, auf denen Farn dominiert und Baumverjüngung ausbleibt.

Maßnahmen zur Regulierung

Wiederholtes Schlegeln oder Mähen

Mehrmaliges Schlegeln oder Mähen pro Vegetationsperiode – zwei- bis dreimal in den ersten Jahren – schwächt das Rhizom, indem es die Assimilationsorgane wiederholt entfernt. Einmaliges Schlegeln ist unwirksam, da das Rhizom zuverlässig wieder austreibt. Eine Wirkung ist erst nach mehreren aufeinanderfolgenden Jahren mit konsequenter Behandlung zu erwarten.

Aufforstung mit Schattholzarten

Eine rasche Beschattung der Farnfläche durch schnellwüchsige Schattholzarten reduziert langfristig den Adlerfarnbestand. Buche, Weißtanne und Fichte – je nach Standort – bilden in einigen Jahren eine Beschattung, die den lichtbedürftigen Farn zurückdrängt. Die Pflanzung muss in dieser Phase durch Zäunung oder intensive Pflegeschnitte gegen Farnkonkurrenz gesichert werden.

Zäunung und Wildmanagement

In Regionen mit hoher Wilddichte ist eine Kombination aus Verbissschutz (Zäune oder Einzelschutz) und Wildbestandsregulierung die Voraussetzung für jede erfolgreiche Waldverjüngung auf Farnflächen. Ohne Schutz vor Wildverbiss scheitert die Baumverjüngung unabhängig von anderen Maßnahmen.

Ökologische Bewertung

Nicht jeder Adlerfarnbestand ist aus Naturschutzsicht schädlich. In naturfernen Produktionswäldern und auf Flächen mit Verjüngungszielen ist dichte Farnbedeckung problematisch. In naturnahen Wäldern ohne Bewirtschaftungsziel kann der Adlerfarn Teil einer stabilen Sukzessionsphase sein und temporär wichtige Habitatstrukturen für Kleinsäuger bieten. Die Entscheidung für oder gegen eine Regulierung hängt vom Schutzziel der Fläche ab.

Weiterführende Quellen